Geoblocking umgehen

So entgehen Sie der Ländersperrung beim Geoblocking

Unter Geoblocking versteht man die Sperrung von multimedialen Inhalten in bestimmten Ländern aufgrund lizenzrechtlicher Bestimmungen. Dabei kann es sich etwa um ein Musikvideo bei YouTube oder das Streaming von Serien oder Sportveranstaltungen handeln. Mitteilungen wie „Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar“ sind die häufige und ärgerliche Folge.

Seit dem 01.04.2018 gelten Ausnahmen

GEoblocking umgehenDie EU hat die Gesetzgebung zu Ländersperren und Geoblocking reformiert. Laut der EU-Portabilitätsverordnung müssen Anbieter Nutzern, die seit diesem Zeitpunkt Inhalte in einem EU-Land erworben haben, diese auch in allen anderen Ländern der Europäischen Union zur Verfügung stellen. So streamen Sie ihre Lieblingsserien auch im Urlaub oder während der Geschäftsreise.

Gänzlich abgeschafft ist das Geoblocking damit allerdings nicht: Der Gesetzgeber hat diese Regelung nur für kostenpflichtige Programme vorgeschrieben. Abos von Bezahldienstleistern wie Netflix, Maxdome, Amazon Prime oder Sky Go fallen in diese Regelung. Kostenlose Mediatheken, etwa von ARD und ZDF hingegen nicht. Hier hängt es vom Anbieter ab, ob er das Streaming aus dem Ausland zulässt.

Die Regelung betrifft, ähnlich wie Roaming-Gebühren innerhalb der EU, ebenfalls nur die Personengruppen, die sich vorübergehend im Ausland aufhalten. Nutzer, die ihren Wohnort dauerhaft ins EU-Ausland verlegen, müssen weiterhin damit rechnen, nach einer gewissen Zeit der Nutzung geblockt zu werden.

Möglichkeiten, das Geoblocking zu umgehen

Streaming-Fans umgehen dieses Problem durch die Nutzung eines Proxy-Servers. Der Vermittler leitet ihre Anfrage weiter. Der Streaming-Anbieter sieht dann nicht mehr die IP-Adresse des Benutzers, sondern jene des Proxy-Servers. Steht dieser in einem Land, in dem der Abruf des gewünschten Inhaltes möglich ist, steht dem Vergnügen eigentlich nichts mehr im Weg. Inzwischen funktioniert diese Methode allerdings nicht mehr in jedem Fall, da die IP-Adressen vieler solcher Mittler den Anbietern inzwischen bekannt sind und gesperrt werden. Außerdem geben Proxys die echte IP unter Umständen weiter.

Nicht für jede Anwendung einen Proxy-Server suchen: VPN-Dienst nutzen

Ein VPN-Service (englisch: virtual private network) hält dauerhaft eine Verbindung zum Server des Anbieters aufrecht. Dazu ist in der Regel eine spezielle Software nötig. Dank ihr ist Ihre eigentliche IP-Adresse weder für den Internet-Provider noch die aufgerufene Webseite ersichtlich. Stattdessen ist nur die IP-Adresse des VPN-Anbieters erkennbar. Außerdem wird nicht die eigene, sondern die Standortinformation des Servers übertragen. Auf diese Weise empfangen Nutzer kostenfreie Inhalte einer Mediathek oder zuvor bezahlte Inhalte, etwa Video-on-Demand-Angebote von Netflix oder Sportübertragungen via Sky Go, auch wenn dies vom tatsächlichen Standort aufgrund eines Geoblocking nicht möglich wäre. Selbstverständlich ist es für diese letztgenannten Angebote notwendig, ein entsprechendes Abo beim Anbieter abgeschlossen zu haben.

Die Nutzung eines VPN-Tools zur Umgehung einer solchen Geosperre gilt rechtlich nicht als Umgehung einer wirksamen Schutzmaßnahme der Anbieter. Das Streaming auf diese Weise ist also erlaubt. Zwar können die Anbieter das anders sehen und dieses Vorgehen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausschließen. Bis auf eine erneute Blockade haben User aber bei der Verwendung nichts zu befürchten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Anbieter wie Sky Go, Netflix oder Amazon Prime zahlende Kunden sperren, ist eher gering.

Einsetzbar auf verschiedenen Geräten

Die Mehrzahl der VPN-Dienste bietet Kunden nach der Buchung eines Tarifes die gleichzeitige Verwendung auf mehreren, zumeist bis zu fünf Geräten an, etwa PC, Laptop, Smartphone und Tablet.

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